Kompostierung vor Ort easy to compost easy to change Recycling von Zigarettenstummeln
Ratgeber

Einkaufszentrum und Bioabfall: Ladenpassage, Verbrauchermarkt, Gemeinschaftsflächen

Vier Aufkommen, vier Antworten: was sich vor Ort kompostieren lässt, was in die Sammlung geht, wer den Vertrag trägt und wie die Position in die Nebenkosten kommt.

Team einer Handelsfiliale rund um den ABC-Komposter, geliefert an der Anlieferrampe

Wer trennen muss, vom Vermieter bis zum Mieter

In einem Einkaufszentrum gibt es nicht einen Erzeuger von Bioabfall, sondern mehrere Dutzend. Nach Artikel 22 der EU-Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG müssen Bioabfälle seit dem 31. Dezember 2023 getrennt gesammelt oder am Entstehungsort verwertet werden, ohne Tonnageschwelle; in Deutschland setzen das Kreislaufwirtschaftsgesetz und § 3 der Gewerbeabfallverordnung das um, in Österreich das AWG 2002. Betroffen sind der Verbrauchermarkt, jede Marke im Food Court, die Bäckerei in der Passage und das Centermanagement für die Gemeinschaftsflächen. Das Management trennt nicht anstelle seiner Mieter, aber es ist der Einzige, der eine gemeinsame Lösung organisieren kann.

Zum Merken

Ein Einkaufszentrum behandelt man nicht als einen Standort, sondern als vier sehr verschiedene Aufkommen. Die Ladenpassage und die Gemeinschaftsflächen gehören zur Kompostierung vor Ort, der Food Court und der Verbrauchermarkt zu einer eigenen Sammlung. Das Centermanagement organisiert die gemeinsame Lösung und dokumentiert sie: Vor dem Gesetz tritt es nicht an die Stelle seiner Mieter.

Bioabfall sind Lebensmittel- und Küchenabfälle, Grünabfälle und nicht verzehrte Lebensmittel. Und jeder Erzeuger bleibt für seine Abfälle bis zur endgültigen Verwertung verantwortlich, auch wenn er die Ausführung einem Dritten überträgt: Ein Mieter, der den Raum des Centers nutzt, muss seine eigenen Nachweise vorlegen können. Wie weit diese Verantwortung im Einzelnen reicht, regelt das nationale Abfallrecht.

Der Vollzug folgt dem jeweiligen Recht: in Deutschland die unteren Abfallbehörden der Länder, die auch die Bußgeldtatbestände des § 69 KrWG anwenden, in Österreich die Bezirksverwaltungsbehörden nach dem AWG 2002, in der Schweiz die Kantone nach Umweltschutzgesetz und VVEA. Die Befugnisse reichen von der Anordnung bis zum Bußgeld; Höhe und Verfahren werden national, in Deutschland sogar auf Landesebene, festgelegt, und was für Ihr Center gilt, sagt Ihnen die zuständige Behörde. Den Rahmen zeichnet unsere Übersicht der Bioabfall-Pflichten nach. Der unmittelbarere Druck ist ohnehin kaufmännisch: die Kosten Ihres Restmülls, die steigen, sobald eine Sichtkontrolle im Restmüll organisches Material findet.

Die vier Bioabfall-Aufkommen eines Einkaufszentrums

Nach „der Tonnage des Centers“ zu fragen führt nirgendwohin: Die vier Pole erzeugen weder dieselben Materialien noch dieselben Mengen, und sie fallen nicht unter dieselben Verträge.

Die vier Bioabfall-Aufkommen eines Einkaufszentrums mit 30 000 bis 50 000 m², mit den beobachteten Größenordnungen und dem jeweils passenden Verwertungsweg.
PolAnfallende MaterialienGrößenordnungPassender Weg
VerbrauchermarktAbschriften bei Obst und Gemüse, Brot, aus dem Verkauf genommene Frischware5 bis 15 t/JahrEigene Sammlung, Vertrag der Marke
Food Court, 10 bis 20 MarkenPutzreste der Zubereitung, Tellerreste, Kaffeesatz5 bis 12 t/Jahr zusammenGemeinsame eigene Sammlung, getragen vom Centermanagement
LadenpassageObst- und Gemüsehändler, Käseladen, Weinhandlung, Bäckerei, Take-away-Ecken0,5 bis 2 t/Jahr zusammenGemeinsame Kompostierung vor Ort
Gemeinschaftsflächen und Büros des CentersKaffeesatz, Mahlzeiten des Personals, Grünabfälle aus der Pflege0,2 bis 0,6 t/JahrKompostierung vor Ort

Diese Spannen rahmen ein Gespräch, keinen Bericht. Belastbar ist nur eine gemessene Zahl: eine Verwiegung über zwei repräsentative Wochen, außerhalb der Ferien und außerhalb der Rabattzeiten, hochgerechnet mit einem schriftlich festgehaltenen Saisonfaktor. Die Kennzahlen je Tätigkeit stehen in der Auslegung nach Volumen und Menge.

Was in den Komposter gehört und was nicht

Ein Komposter vor Ort ist keine Tonne: Er hat eine biologische Kapazität, nicht nur ein Volumen. Der ABC-Komposter ist ein Zylinder aus 2 mm Stahl, 450 L, einen Meter hoch bei 810 mm Durchmesser, also weniger als 1 m² Standfläche, gefertigt in unserer Werkstatt in Frankreich. Die Durchmischung ist mechanisch und wird von Hand betätigt, über eine Handkurbel: Er wird nicht angeschlossen und braucht weder Strom noch Wasser, weder Abfluss noch Tiefbau. Er steht auf einer vorhandenen Betonplatte oder Asphaltfläche an der Rampe, ohne Baumaßnahme: siehe der Komposter allein.

Die Auslegungsregel entscheidet anschließend über den Weg. Ein Komposter nimmt bis zu 1 500 kg pro Jahr auf; darüber kommt ein zweiter dazu; oberhalb von 3 000 kg pro Jahr an derselben Anlaufstelle ist die Kompostierung vor Ort nicht mehr die richtige Antwort und es braucht eine Sammlung der Bioabfälle. Diese Regel sortiert die vier Pole von selbst: Die Passage und die Gemeinschaftsflächen bleiben im Rahmen, der Food Court und der Verbrauchermarkt fallen heraus.

Die Ladenpassage, das am besten geeignete Aufkommen

Die Passage ist der Pol, an dem die Kompostierung vor Ort am besten funktioniert: Ihre Erzeuger sind zahlreich, einzeln aber klein. Eine Bäckerei erzeugt 500 kg bis 1,5 t pro Jahr, ein Käseladen oder eine Metzgerei 200 kg bis 1 t, eine Take-away-Ecke einige Hundert Kilogramm. Keiner davon rechtfertigt für sich einen Abholvertrag, und doch unterliegen alle derselben Pflicht.

Die typische Lösung: ein Bioabfallraum oder eine Zone an der Rampe, für die betroffenen Läden erreichbar, ein Vorsortiereimer je Mieter mit aufgeklebter Vorgabe, ein Eintrag am Ende des Verkaufstags, eine Umdrehung an der Handkurbel. Die eigentliche Einschränkung ist weder das Volumen noch der Preis, sondern die Entfernung: Sobald die Anlaufstelle einen Umweg gegenüber dem Weg bedeutet, den das Team ohnehin aus dem Lager heraus nimmt, bröckelt der Griff. Sie kommt also auf diesen Weg und nicht ans andere Ende der Rampe. Damit die Sache sichtbar wird, fasst der Garten-Komposter denselben Komposter in einen Pflanzring mit 2 000 L, belegt 5 bis 6 m² auf einem Vorplatz und ist wie das übrige Material zum Kauf oder zur Miete über 48 Monate erhältlich.

Food Court und Verbrauchermarkt: Hier übernimmt die Sammlung

An diesen beiden Polen genügt ein Komposter vor Ort nicht. Ein Food Court mit 12 Marken und 8 t pro Jahr überschreitet die Obergrenze von 3 000 kg pro Jahr um mehr als das Doppelte; ein Verbrauchermarkt mit 11 t pro Jahr liegt fast beim Vierfachen. Diese Ströme gehören in eine eigene Sammlung, mit Rollbehältern je Marke und einer Frequenz, die zu stark gärfähigen Tellerresten passt.

120-L-Tonne unter der unteren Klappe eines ABC-Komposters zur Abholung des reifen Kompostes durch den örtlichen Entsorger
Abgeholt wird nicht der frische Bioabfall, sondern der bereits stabilisierte Kompost, in einer 120-L-Tonne.

Diese Grenze bestimmt den Rhythmus der Abholungen: Rohe Bioabfälle gären, daher ein bis zwei Fahrten pro Woche, während ein Komposter nur stabilisierten Kompost abgibt und je nach Aufkommen ein- bis zwölfmal im Jahr entleert wird. Zwei Beiträge behandeln diese Pole im Einzelnen: der Food Court und der Supermarkt. Letzter Punkt: Der Verbrauchermarkt trägt meist seinen eigenen Vertrag, entschieden von seiner Landeszentrale.

Auslegen: die Rechnung des Centermanagements

Hier die Rechnung für den Teil, der wirklich beim Centermanagement liegt, die Passage und die Gemeinschaftsflächen. Setzen Sie Ihr eigenes Aufkommen ein, das Ergebnis folgt.

Die Rechnung
  • Gemessenes Aufkommen, Passage und Gemeinschaftsflächen 2 000 kg/Jahr
  • Jahreskapazität eines ABC-Komposters 1 500 kg
  • Zahl der Komposter (2 000 geteilt durch 1 500, aufgerundet) 2
  • Miete eines gelieferten Komposters, alles inbegriffen 79 € netto/Monat
  • Kompostabholungen nach der französischen Grille für 2 000 kg auf zwei Komposter 9 pro Jahr
  • Kompostabholung in Frankreich, 9 Abholungen pro Jahr und Komposter 90 € netto/Monat
  • Monatskosten je Komposter 169 € netto

Monatsbudget der Lösung338 € netto

Annahmen: Das Aufkommen ist gemessen und nicht geschätzt; die Zahl der Komposter folgt der Jahreskapazität und wird nicht gewählt; der Komposter ist zum Kauf oder zur Miete über 48 Monate erhältlich. Die Abholung des ausgetragenen Kompostes vereinbart das Centermanagement mit einem örtlichen Entsorger, und ein Center, das seinen Kompost für die eigenen Beete und Pflanzkübel behält, braucht sie gar nicht. Die Sammlung der rohen Bioabfälle aus Food Court und Verbrauchermarkt bleibt außerhalb dieser Rechnung: siehe Handel & Filialen.

Rahmenvertrag, Mietvertrag und Umlage auf die Mieter

Das Centermanagement zeichnet für das ganze Center und legt die Kosten über die Nebenkosten auf die Mieter um. Zwei Punkte werden vor der Unterschrift geklärt. Erstens die Beschaffung: Kauf oder Miete über 48 Monate. Beim Kauf geht das Gerät als Anlagegut in die Bilanz; bei Miete bleibt der Aufwand im laufenden Betrieb und lässt sich unmittelbar umlegen, und die Vertragsdauer ist mit der Laufzeit der Mietverträge abzugleichen. Zweitens die Hausordnung: Vorgabe als Anlage, Zeiten für den Eintrag, Anlaufstelle, Pflege des Raums. Ohne diese Anlage überlebt die Lösung den ersten Wechsel einer Filialleitung nicht.

Bleibt der Nachweis. Er entsteht je Komposter: eingebrachte Kilogramm, Wartung, abgeholter Kompost, festgehalten im Entleerungsregister des Centers und in den Wiegebelegen des Entsorgers. Bei einem gemeinsam genutzten Gerät ergibt das eine Zahl für die Passage, nicht je Marke. Muss ein Mieter seinen eigenen Strom belegen, gibt es zwei Wege: sein eigener Komposter oder ein Eintragsregister mit schriftlichem Verteilungsschlüssel.

Beispiel: ein Center mit 50 000 m²

Ein Center mit 50 000 m²: Verbrauchermarkt mit 6 000 m², Passage mit 80 Läden, davon 6 aus dem Lebensmittelbereich, Food Court mit 12 Marken, Kino. Die Aufkommen stammen aus einer Verwiegung über zwei Wochen.

Verteilung der Aufkommen, der Verwertungswege und der Trägerschaft in einem Einkaufszentrum mit 50 000 m².
PolAufkommenGewählter WegTrägerschaft
Verbrauchermarkt11 t/JahrEigene SammlungMarke, mit ihrem Dienstleister zu kalkulieren
Food Court, 12 Marken8 t/JahrGemeinsame eigene SammlungCentermanagement, mit dem gewählten Dienstleister zu kalkulieren
Passage, 6 Lebensmittelläden1,6 t/Jahr2 ABC-KomposterCentermanagement
Gemeinschaftsflächen und Büros0,4 t/Jahr1 ABC-Komposter nahe der PersonalrampeCentermanagement

Das Centermanagement trägt also 3 Komposter, verteilt auf die Passage und die Gemeinschaftsflächen. Über die 80 Läden umgelegt bleibt daraus eine Nebenkostenposition, die deutlich unter einer zusätzlichen Containerfahrt liegt. Über mehrere Center hinweg wird die Einheitlichkeit der Nachweisakte zum eigentlichen Thema: Die Fallstudie Decathlon zeigt das an einem landesweiten Netz.

Die Checkliste des Centermanagements

In dieser Reihenfolge abzuarbeiten, mit zwei bis drei Monaten bis zur Inbetriebnahme.

  • Die Mieter auflisten, die Bioabfall erzeugen, Pol für Pol, Kino, Kioske und die eigenen Büros eingeschlossen.
  • Zwei repräsentative Wochen wiegen, je Pol, und den angesetzten Saisonfaktor schriftlich festhalten.
  • Die 1 500-kg-Regel anwenden, Pol für Pol, nie über das ganze Center.
  • Die Aufstellorte festlegen: ebener, tragfähiger Boden, Zugang zur Rampe, auf dem Weg, der aus den Lebensmittellagern ohnehin genommen wird.
  • Die Trägerschaft des Verbrauchermarkts klären, bei seiner Landeszentrale, bevor er in den Rahmenvertrag aufgenommen wird.
  • Die Trennanlage zur Hausordnung schreiben: Vorgabe, Zeiten für den Eintrag, Pflege des Raums.
  • Den Verteilungsschlüssel für die Nebenkosten festlegen, als Betrag je Ladeneinheit und Monat, nicht als Prozentsatz.
  • Die Nachweisakte vom ersten Monat an ablegen: Vertrag, datierte ausgehängte Vorgabe, Register, Belege.

Häufige Fragen

Wer ist für die Bioabfalltrennung verantwortlich, Vermieter oder Mieter?

Jeder Mieter bleibt für seine eigenen Bioabfälle verantwortlich, und die Trennpflicht gilt für ihn ohne Tonnageschwelle: Nach Artikel 22 der EU-Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG müssen Bioabfälle seit dem 31. Dezember 2023 getrennt gesammelt oder am Entstehungsort verwertet werden. Das Centermanagement verantwortet die Gemeinschaftsflächen und organisiert die Lösung, was keinen Mieter von seinen Nachweisen befreit.

Genügt ein einziger Komposter für die ganze Passage?

Ja, wenn das zusammengezählte Aufkommen der Lebensmittelläden unter 1 500 kg pro Jahr bleibt. Darüber kommt ein zweiter Komposter dazu; oberhalb von 3 000 kg pro Jahr ist die Kompostierung vor Ort nicht mehr die richtige Antwort.

Genügt ein Komposter für den Verbrauchermarkt?

Nein. Ein Verbrauchermarkt erzeugt üblicherweise 5 bis 15 Tonnen Abschriften pro Jahr, also fast das Zwei- bis Fünffache der Grenze von 3 000 kg pro Jahr, oberhalb derer die Kompostierung vor Ort nicht mehr passt. Dieser Strom gehört in eine eigene Sammlung.

Verlangt der Komposter Baumaßnahmen oder einen Anschluss?

Nein. Der ABC-Komposter wird nicht angeschlossen: kein Strom, kein Wasser, kein Abfluss, kein Tiefbau. Er ist ein Zylinder aus 2 mm Stahl mit 450 L, der über eine von Hand betätigte Handkurbel durchmischt wird und auf einer ebenen, tragfähigen Fläche steht.

Wie wird die Lösung auf die Marken umgelegt?

Über die Nebenkosten, auf Grundlage des Rahmenvertrags und eines Verteilungsschlüssels, der als Anlage zur Hausordnung genommen wird und als Betrag je Ladeneinheit und Monat ausgewiesen wird statt als Prozentsatz.

Wo anfangen

Drei Handgriffe, in dieser Reihenfolge. Öffnen Sie die Restmülltonne an der Rampe der Passage: Das ist es, was eine Kontrolle sehen wird. Wiegen Sie danach, Pol für Pol, über zwei Wochen. Trennen Sie zuletzt die Pole nach der 1 500-kg-Regel, mit getrennten Verträgen statt eines einzigen, den es ohnehin nicht gibt.

Für den Teil, der zur Kompostierung vor Ort gehört, schätzt unsere Online-Auslegung das Aufkommen aus Ihrer Tätigkeit und Ihren Beschäftigtenzahlen und nennt danach die Zahl der Komposter, ohne Anmeldung. Welche Länder wir beliefern und in welchen Fristen, steht auf der Seite wohin wir liefern. Die Abholung des ausgetragenen Materials gehört nicht zur Lieferung: Sie vereinbaren Sie mit einem örtlichen Entsorger.

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